Die Pixelpipe & Modul-Reihenfolge

Die geordnete Abfolge der Bearbeitungs-Module, die an einer Eingabe-Datei arbeiten, um eine Ausgabe-Bild zu erzeugen wird als “Pixelpipe” bezeichnet.

Die Reihenfolge der Pixelpipe wird grafisch dargestellt durch die Reihenfolge, in der die Module auf der Benutzeroberfläche angezeigt werden – Die Pixelpipe beginnt mit einem RAW-Bild zuunterst auf der Modul-Liste und wendet die Bearbeitungs-Module eines nach dem andern an, und stapelt so Ebene nach Ebene von unten nach oben, bis zuoberst auf der Liste das vollständig bearbeitete Bild ausgegeben wird.


Beachte: Die Reihenfolge, in der die Bearbeitungs-Module abgearbeitet werden, ist gleich der Reihenfolge, wie sie auf der Nutzeroberfläche angezeigt werden. Ändern der Reihenfolge der Module in der Nutzeroberfläche, ändert auch, wie dein Bild bearbeitet wird.


🔗Modul-Reihenfolge und Arbeitsablauf

Die Reihenfolge, in der die Module in der Pixelpipe abgearbeitet werden, wird sehr sorgfältig ermittelt, um die beste Qualität der Ausgabe zu erzielen. In früheren Versionen von darktable war es nicht möglich die Reihenfolge der Module zu ändern. Es gibt aber eine Reihe spezifischer Fälle, wo das Verschieben der Module in der Pixelpipe angeraten ist.

Eines der Hauptargumente die Reihenfolge der Module zu ändern kam mit der Version darktable 3.0, als der neue Weg auf Aufnahme-bezogen zu arbeiten, eingeführt wurde. Version 3.2 hat das dann formalisiert durch die Einführung der Arbeitsabläufe aus Anzeige-bezogen und auf Aufnahme-bezogen, die einzustellen sind in den darktable-Voreinstellungen > Bearbeitung > Arbeitsablauf-spezifische Einstellungen automatisch anwenden.

Der Haupt-Unterschied zwischen diesen zwei Arbeitsabläufen ist, dass der auf Anzeige-bezogene primär im Niedrig-Dynamikumfang des Bildschirms des Nutzers arbeitet, während der auf Aufnahme-bezogene im hohen Dynamikumfang der originalen RAW-Datei arbeitet. Der Übergang zwischen auf Aufnahme-bezogen und auf Anzeige-bezogen wird normalerweise in einem Ton-Mapping Modul durch geführt, welches die Hoch-Dynamikumfang-Eingabe der Kamera nimmt und den Dynamikumfang an das Ausgabe-Medium anpasst.

🔗auf Anzeige-bezogener Arbeitsablauf

Vor der Version 3.0 war der Arbeitsablauf von darktable auf Anzeige-bezogen (Arbeitsablauf-spezifische Einstellungen automatisch anwenden = “auf Anzeige-bezogen”) und diese Option gibt es immer noch als veralteten Arbeitsablauf, das Modul Basiskurve oder Filmic RGB führen das Tonemapping früh in der Pixelpipe durch und die meisten anderen Module von darktable arbeiten mit Bild-Daten im komprimierten auf Anzeige-bezogenen Raum.

Dieser Arbeitsablauf erlaubt es die veraltete Modul-Reihenfolge (vor darktable 3.0) anzuwenden und schaltet automatisch zum Modul Basiskurve, auch für neue Bilder.

Pixel-Daten im auf Anzeige-bezogenen Raum sind nicht linear und es ist nicht eine physikalisch realistische Darstellung der ursprünglichen Szene. Das kann mit einigen Modulen zu verschiedenen Artefakten führen, daher die Erarbeitung des Arbeitsablaufs auf Aufnahme-bezogen (heute Standard).

🔗auf Aufnahme-bezogener Arbeitsablauf

Auf Aufnahme-bezogener Arbeitsablauf (Arbeitsablauf-spezifische Einstellungen automatisch anwenden = “auf Aufnahme-bezogen”) wurde als Teil von darktable 3.0 eingeführt. Die Reihenfolge der Module wurde gänzlich neu geordnet, um die Tonemapping-Module Filmic RGB und base curve viel später in der Pixelpipe zu platzieren. Das bedeutet, dass die meisten Pixel-Operationen jetzt im linearen RGB Raum und nur wenige Module im auf Anzeige-bezogenen Raum verbleiben. Innerhalb dieses Arbeitsablaufs ist es jetzt empfohlen, die Mehrheit der Module bis zum und inklusive Modul Filmic RGB abzuarbeiten. Die Operationen in diesem Teil sind dann richtig linear und physikalisch realistischer und sie produzieren weniger Artefakte.

Dieser Arbeitsablauf ermöglicht die v3.0 Modul-Reihenfolge und ermöglicht automatisch, dass die Module Belichtung und Filmic RGB zusammen mit einigen Voreinstellungen als guter Anfangspunkt des auf Anzeige bezogenen Bearbeitung agieren.

🔗Die Modul-Reihenfolge ändern

Es wird klar empfohlen, dass die Nutzer die Reihenfolge innerhalb der Pixelpipe nicht ändern, aus verschiedenen Gründen:

  • Die Reihenfolge der Module wurde mit großer Sorgfalt ausgewählt, um höchste Ausgabequalität zu gewährleisten. Änderungen an der Sequenz können das Ergebnis eher verschlechtern als verbessern.

  • Bestimmte Bildverarbeitungs-Module ergeben keinen Sinn, wenn diese in der Pixelpipe verschoben werden. Zum Beispiel, Spitzlicht-Rekonstruktion muss vor dem Entrastern erfolgen, dieses seinerseits muss durchgeführt werden, bevor ein beliebiges Eingabefarbprofil angewendet werden kann. Daher ist es immer noch nicht möglich einige Module, die früh in der Pixelpipe platziert sind zu verschieben.

  • Die meisten Module von darktable sind so konzipiert, dass sie innerhalb eines bestimmten Farbmodells funktionieren (siehe Farbmanagement für weitere Details). Volle Flexibilität würde Module erfordern, die verschiedene parallele Algorithmen unterstützen, je nachdem, in welchem Farbraum sie arbeiten – dies würde die Komplexität drastisch erhöhen.

Neben der generellen Empfehlung, die Modul-Reihenfolge so zu belassen, ist es möglich, Module in der Pixelpipe zu verschieben mit Ctrl+Shift mit ziehen und platzieren des gewünschten Moduls an einen neuen Platz. Das sollte nur von erfahrenen Nutzern getan werden, die wissen, welche Tragweite ein solcher Schritt auf das Bild haben kann.

Die Modul-Reihenfolge kann manuell zurückgesetzt werden zu entweder v3.0 oder veraltet im Modul Modul-Reihenfolge, das auch genutzt werden kann, deine eigenen Voreinstellungen der Modul-Reihenfolge zu machen.

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